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RATGEBER · STAND 16.10.2026

Parkhaus: Ladepunkte und Behindertenparkplätze (2026)

Zwei Sonderfälle im Parkhaus brauchen Vorwissen: der Ladepunkt und der Behindertenparkplatz. Diese Seite zeigt, was die Bundesnetzagentur und Behörden dazu sagen und was sich nicht belegen lässt.

Ist der Ladepunkt öffentlich?

Die Bundesnetzagentur nennt Ladepunkte in Parkhäusern und auf Kunden- und Besucherparkplätzen als Beispiele für öffentlich zugängliche Ladepunkte. Nicht öffentlich sind Ladepunkte auf Firmenparkplätzen für Mitarbeiter, die nur für einen festgelegten Personenkreis bestimmt sind.

Eine Pflicht, einen Ladepunkt öffentlich zugänglich zu machen, gibt es nicht. Ob dein Parkhaus einen öffentlichen Ladepunkt hat, erfährst du beim Betreiber oder vor Ort.

Quellen: Bundesnetzagentur

Laden ohne Vertrag

An öffentlichen Ladepunkten muss das Laden ohne dauerhafte Vertragsbindung möglich sein, das sogenannte punktuelle Aufladen. Die Bundesnetzagentur nennt diese Pflicht für Ladepunkte, die nach dem 14. Dezember 2017 installiert wurden. Für ältere Ladepunkte nennt sie diese Pflicht nicht.

Für öffentlich zugängliche Ladepunkte, die seit dem 13. April 2024 in Betrieb gingen, gelten die Anforderungen des Artikels 5 der AFIR, der Verordnung über den Aufbau der Infrastruktur für alternative Kraftstoffe. Alle Zahlungsvorgänge müssen ohne vorherige Registrierung zugänglich gemacht werden.

Quellen: Bundesnetzagentur

Ladepreis und Parkpreis

Für Parkpreis und Ladepreis gelten getrennte Vorgaben. Den Parkpreis zeigt das Preisverzeichnis am Anfang der Zufahrt. Den Ladepreis nennt die Bundesnetzagentur als Ad-hoc-Preis an der Ladesäule.

Bei Ladepunkten seit dem 13. April 2024 müssen die Ad-hoc-Preise so angebracht sein, dass du sie vor Beginn des Ladevorgangs kennst. Auch an älteren öffentlichen Ladesäulen sind die Ad-hoc-Preise pro kWh gut sichtbar anzubringen.

Die Höhe bestimmt der Betreiber der Ladesäule grundsätzlich frei, die Preise unterliegen dem Wettbewerb. Bei neu installierten öffentlichen Ladepunkten müssen sie laut AFIR aber angemessen, einfach und eindeutig vergleichbar und nicht diskriminierend sein. Für Fragen zur Preisgestaltung nennt die Bundesnetzagentur die Preisbehörden der Bundesländer. Ob bei einem Ladevorgang im Parkhaus zusätzlich Parkgebühr anfällt, beantwortet keine unserer Quellen. Lies deshalb beide Preisangaben.

Quellen: Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz (gesetze-im-internet.de), Bundesnetzagentur

Behindertenparkplätze im Parkhaus

Die Straßenverkehrsbehörde im Berliner Bezirksamt Tempelhof-Schöneberg schreibt: Mit dem blauen EU-Parkausweis darf auf Parkplätzen geparkt werden, die mit dem Zusatzschild Rollstuhlfahrersymbol gekennzeichnet sind. Das Bayerische Sozialministerium nennt den hellblauen Parkausweis für ausgewiesene Behindertenparkplätze.

Nach der Berliner Behörde reicht es nicht, den Schwerbehindertenausweis ins Auto zu legen, er berechtigt nicht zum Parken auf Behindertenparkplätzen. Für den Antrag auf einen Parkausweis nennt das Bayerische Sozialministerium die Stadt- oder Gemeindeverwaltung.

Berlin warnt: Auf Privatgelände, etwa von Supermärkten, können abweichende Regelungen gelten. Frag vor Ort nach. Dieselbe Behörde beschreibt unter bestimmten Voraussetzungen eine Befreiung von der Gebühr an Parkuhren und Parkscheinautomaten. Ob sie für Kassenautomaten im Parkhaus gilt, ist nicht belegt.

Quellen: Bezirksamt Tempelhof-Schöneberg von Berlin, Straßen- und Grünflächenamt, Straßenverkehrsbehörde, Bayerisches Staatsministerium für Familie, Arbeit und Soziales (Programm Bayern barrierefrei)

Barrierefreiheit des Gebäudes

Wir haben ein Landesgesetz geprüft, die Bayerische Bauordnung. Öffentlich zugängliche bauliche Anlagen müssen in den Teilen, die dem Besucher- und Benutzerverkehr dienen, barrierefrei sein. Dazu bestimmt Art. 48 Abs. 2: Toilettenräume und Stellplätze für Besucher und Benutzer müssen in der erforderlichen Anzahl barrierefrei sein. Eine Zahl nennt die Stelle nicht.

Die Pflicht hat Grenzen. Art. 48 Abs. 4 nimmt Fälle aus, in denen die Anforderungen nur mit einem unverhältnismäßigen Mehraufwand erfüllt werden können. Bei bestehenden Anlagen soll die Bauaufsichtsbehörde einen gleichwertigen Zustand verlangen, wenn das technisch möglich und dem Eigentümer wirtschaftlich zumutbar ist.

Ob ein bestimmtes Parkhaus Aufzug, breite Stellplätze oder stufenlose Wege hat, steht in keiner geprüften Quelle. Frag den Betreiber vor dem Besuch. Für andere Bundesländer haben wir die Vorschriften nicht geprüft.

Quellen: Bayerische Staatsregierung (gesetze-bayern.de)

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Allgemeine Informationen, keine Rechts-, Steuer- oder medizinische Beratung im Einzelfall. Stand: 16.10.2026

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